Kontakt
+49 8152 38 0 info@heine.com

Alles über Auflicht-Dermatoskopie

Der deutsche Dermatologe Johann Saphier prägte erstmals 1920 den Begriff der Dermatoskopie, indem er Hautveränderungen mit Immersionsöl benetzte und anschließend durch ein binokulares Mikroskop beurteilte.

Unser Firmengründer Helmut A. Heine entwickelte nach einem Arztbesuch 1989 in Zusammenarbeit mit Dr. Prof. Otto Braun-Falco das Dermatoskop hinsichtlich Schärfe, Helligkeit und Handhabung weiter. So entstand das erste Hand-Dermatoskop DELTA 10. Heute gibt es verschiedene Modelle, die vor allem in der Diagnostik des Hautkrebses nicht mehr wegzudenken sind.

Helmut A. Heine

Kontaktdermatoskopie

Das Dermatoskop besteht im einfachsten Fall aus einer fokussierbaren Vergrößerungsoptik, einer Beleuchtung und einer durchsichtigen Kontaktscheibe. Da normalerweise ein Großteil des Lichts, das auf die Haut trifft, reflektiert wird, verwendet man eine Glasplatte, deren Brechungsindex ähnlich dem Stratum Corneum ist. So wird die Menge des reflektierten Lichts deutlich verringert. Wird zusätzlich eine Flüssigkeit auf die zu untersuchende Hautläsion aufgetragen, kann das Licht noch tiefer in die Haut eindringen. Die Epidermis wird dadurch quasi durchsichtig und dem Betrachter eröffnen sich beim Blick durch die Vergrößerungsoptik Details, die dem freien Auge nicht zugänglich sind.

Als Kontaktflüssigkeit kann je nach Spezifikation des Produkts Desinfektionsmittel, Immersions-Öl oder Ultraschallgel dienen. Vorteile der Anwendung von Desinfektionsmitteln sind die gleichzeitige mikrobiozide Wirkung und die schnelle Handhabung. Zu beachten ist jedoch, dass das Desinfektionsmittel nicht direkt auf die Kontaktscheibe aufgesprüht werden darf, sondern nur auf die Haut des Patienten appliziert werden sollte, um Schäden am Gerät zu vermeiden. Das Auftragen von Immersionsöl  bietet aufgrund der Viskosität des Öls eine sehr klare und deutliche Bildgebung. Ultraschallgel besitzt Vorteile bei der Beurteilung von Gefäßstrukturen, da hier fast kein Druck auf die Haut notwendig ist. Die Kontaktscheibe gleitet förmlich auf dem Gel.

Nach der Untersuchung muss die Kontaktscheibe immer vorsichtig mit einem desinfizierten Tupfer abgewischt werden. Einige Dermatoskope werden auch mit kleiner Kontaktscheibe angeboten. Diese hat den Vorteil, dass auch sonst schwer zugängliche Strukturen wie z.B. der Zwischenzehenraum gut beurteilt werden können. 

Kontaktlose Dermatoskopie

Seit einigen Jahren stehen nun auch Dermatoskope zur Verfügung, die anstatt mit Kontaktflüssigkeit mit polarisiertem Licht arbeiten. Das an der Hautoberfläche reflektierte, polarisierte Licht wird durch einen Polarisationsfilter ausgeblendet. Der direkte Kontakt mit der Hautoberfläche ist bei dieser Technik nicht unbedingt nötig. Die polarisierten Dermatoskope erzielen einen ähnlichen optischen Effekt wie bei der Kontaktdermatoskopie und bieten je nach zu untersuchender Struktur Vor- und Nachteile. Manche Strukturen sind besser mit Polarisation, andere besser ohne Polarisation zu erkennen. Gefäßmuster sind zum Beispiel mit Polarisation häufig genauer zu erkennen, dagegen können die Hornzysten der seborroischen Keratose ohne Polarisation stärker hervortreten. Die nächsten beiden Abbildungen zeigen ein Basalzellkarzinom aufgenommen mit bzw. ohne polarisiertem Licht:

Pigmentiertes Basalzellkarzinom: Aufnahme mit nicht-polarisiertem Licht
Pigmentiertes Basalzellkarzinom: Aufnahme mit polarisiertem Licht

Kontaktloses Dermatoskop NC2

Das kontaktlose Dermatoskop NC2 von HEINE mit polarisiertem Licht verbindet zwei Untersuchungsgeräte zu einem: Es erlaubt ein schnelles, erstes Screening, Patienten kontaktlos aber trotzdem genau zu untersuchen. Es bietet ein großes Übersichtsfeld und eine außergewöhnlich hohe Tiefenschärfe mit  6-facher Vergrößerung.

Weitere Vorteile sind, dass auch schwer zugängliche Untersuchungslokalisationen, wie zum Beispiel der Zehenzwischenraum oder die Genitalregion, sehr gut beurteilt werden können. Nosokomiale Infektionen durch Verschleppung können mit der Kontaktscheibe (wie zum Beispiel Verrucae vulgares, Skabies oder Läuse) eher vermieden werden. Die Beurteilung des Gefäßmusters einer Läsion kann erleichtert werden, ohne dass diese durch Druck verfälscht wird.

Bei Bedarf kann eine magnetische Kontaktscheibe auf das Gerät angebracht werden, die das NC1 in ein klassisches Auflichtdermatoskop mit Skala und 9-facher Vergrößerung verwandelt.

Kombinierte Dermatoskope - Immersion und Polarisation

Mittlerweile gibt es auch kombinierte Geräte, wie zum Beispiel das DELTA 20T von HEINE. Das DELTA 20T kann als klassisches Kontaktdermatoskop unter Verwendung von Immersionsflüssigkeit eingesetzt werden. Aber auch ein Einsatz ohne Immersionsflüssigkeit unter Zuschaltung von Polarisation mit oder ohne Kontakt je nach zu untersuchender Hautläsion ist möglich.

Die Polarisation kann durch einfaches Drücken ein- und ausgeschaltet werden (Toggle-Funktion). Das Hin- und Herschalten der Beleuchtungsmodi ermöglicht das Erkennen des sogenannten Blink Signs, zum Beispiel bei kristallinen Strukturen (entsprechen Kollagenanhäufungen wie sie zum Beispiel bei Melanomen und Basalzellkarzinomen zu finden sind) und Milien.  

Das DELTA20 T erlaubt die Beurteilung von pigmentierten und nicht-pigmentierten Hauttumoren sowohl polarisiert als auch mit nicht-polarisiertem Licht dank seiner Toggle Funktion. Mit  polarisiertem Licht sind die Gefäßstrukturen einer Hautläsion  besonders gut beurteilbar. Seit Vorstellung des revidierten 2-Stufen-Algorithmus 2010 gewinnt die Gefäßbeurteilung im Hinblick auf ihre Morphologie und ihr Arrangement immer mehr an Bedeutung,  gerade dann wenn typische melanozytäre Strukturen fehlen, z.B. beim amelanotischen Melanom. Bei einem kürzlich erschienenen  Artikel im Journal of Dermatology von Yaei et al. 2017 wird das DELTA20 T als besonders überlegen bei der Untersuchung von Gefäßstrukturen im Hinblick auf die optische Präzision und die Toggle Funktion erwähnt.

Insgesamt ist es wichtig, durch ständigen Einsatz am Patienten die erforderliche Routine und Sicherheit im Umgang mit dem Dermatoskop zu erlangen. Es erschließen sich dann neben der Diagnostik von gutartigen und bösartigen Hautmalen viele andere Einsatzgebiete,  wie zum Beispiel der Alopecia areata, entzündliche Hauterkrankungen (zum Beispiel Lichen ruber, Rosacea) und vieles mehr.

HEINE DELTA20 T

Wir freuen uns, Ihnen unseren Leitfaden zum Vorgehen beim Hautkrebs-Screening  sowie unsere Seite über weitere medizinische Indikationen zur Anwendung des Dermatsokops zur Verfügung stellen zu dürfen.