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Drei Laryngoskopgriffe für unterschiedliche Intubationssituationen

Standard, Slim oder Short 

Für die Sicherung der Atemwege ist die orale endotracheale Intubation essenziell, zeitgleich jedoch handwerklich sehr anspruchsvoll. Sie stellt hohe Herausforderungen an Anwender und das gesamte Team. Dabei ist eine hohe Erfolgsrate der Intubation direkt ausschlaggebend für die Verbesserung des Ergebnisses bei kritisch kranken Patienten. Das gilt sowohl für die orale als auch die nasale Intubation.

Deshalb spielen die richtige Technik, regelmäßiges Training und die damit erworbene Expertise eine große Rolle. Doch es kommt auch auf die Wahl der passenden Instrumente an, denn diese können eine erfolgreiche Intubation unter situativ schwierigen Bedingungen deutlich unterstützen. 

Dabei beeinflusst nicht nur die Wahl der unterschiedlichen Spatelarten, sondern auch der verschiedenen Laryngoskop-Griffformen, wie leicht, schnell und komplikationslos eine Intubation durchgeführt werden kann.

Die folgenden Tipps zur Verwendung der verschiedenen Griffformen sollen dem Praktiker eine grobe Orientierung geben, welche Griffe in welchen Situationen am besten geeignet sind. 
 

Dünner, langer Laryngoskopgriff (Slim)

 

Der schmale Griff eignet sich gut für die Intubation bei beengten Platzverhältnissen aufgrund eines prominenten Thorax bzw. großen, prominenten Hinterkopfes und kurzem Hals, wie es beispielsweise beim empfindlichen pädiatrischen Atemweg der Fall ist. 

Tipp 1: Besonders feinmotorisches Arbeiten möglich 

Bei der normalen Intubation eines Erwachsenen erfasst der Anwender einen Standardgriff in der Regel mit der ganzen linken Hand, um die notwendige Technik durch Zug nach vetral anwenden zu können. Bei Kindern hingegen ist mehr Feinmotorik gefragt und der zur Verfügung stehende Platz deutlich eingeschränkt. Eine bereits durch die beengten Verhältnisse notwendiges Anstellen bzw. „Hebeln“ des Laryngoskopes muss vermieden werden.

Durch die schmale, leichte Form lässt sich dieser Griff mit 2-3 Fingern greifen und sehr gut in der Anwendung führen. Der Anwender behält die nötige Feinkontrolle des Laryngoskops hinsichtlich Positionskorrekturen.

Tipp 2: Liegt ganz leicht in der Hand

Der schmale Laryngoskopgriff wiegt deutlich weniger als das Standard-Modell. Das niedrige Gewicht wirkt sich im Bereich des pädiatrischen Atemweges positiv aus, da es die dort schneller hervorgerufenen Komplikationen und Folgeschäden reduzieren kann.

 

Tipp 3: Mehr Spielraum in der Anwendung 

Tipp 3: Mehr Spielraum in der Anwendung 
Bei pädiatrischen Patienten erfolgt die Lagerung des Kopfes nicht analog zum Erwachsenen, sondern routinemäßig bevorzugt in der Schnüffelposition (Neutralstellung). In dieser Position besteht jedoch im Vergleich zum kindlichen Thorax weniger Spielraum für den Laryngoskopgriff. So kann es vorkommen, dass der Griff beim Einführen in den Mundraum am Thorax anstößt. 

Der schmale Griff weist gegenüber dem Standardgriff etwa ein Drittel weniger Umfang auf und ermöglicht somit ein flexibleres Handling. 
 

Tipp 4: Ergonomische Handhabung für kleine, schmale Anwenderhände 
Der schmale Griff ist jedoch nicht nur für die Behandlung von Kindern besonders geeignet, sondern bietet auch Anwendern mit kleinen Händen deutliche Vorteile in der Handhabung. 

Durch den reduzierten Griffumfang liegt der schmale Griff bei kleinen Handflächen besser in der Hand als der breitere und schwerere Standardgriff. Er kann auch bei der Intubation von Erwachsenen eingesetzt werden. 
 

Dicker, kurzer Laryngoskopgriff (Short)

Tipp 1: Mehr Bewegungsspielraum bei wenig Platz 

Bei Erwachsenen kommt in der Regel die verbesserte Jackson-Position zur Anwendung. Allerdings kann es trotz der höher gelagerten und überstreckten Kopfhaltung vorkommen, dass bei bestimmten Patienten mit prominentem Thorax das Einführen des Laryngoskops erschwert ist: Der Griff kann an anatomisch exponierten Stellen anstoßen und somit die Flexibilität in der Führung des Laryngoskops einschränken. 

Bei dieser Patientengruppen kann der kurze Griff seine Vorteile ausspielen. Die kurze Form ermöglicht eine einfachere Positionierung auch bei prominentem Thorax.

Gleichzeitig bleibt durch den breiten Querschnitt des Griffes das Gefühl für eine gute Kontrolle erhalten.

 

Tipp 2: Kompakter Griff für mobile Anwendungen, bei denen jedes Gramm zählt 

Mit seiner kompakten Bauform vereint der kurze Laryngoskopgriff die grundlegenden Eigenschaften des Standardgriffs mit einer Platz- und Gewichtsersparnis. Das zahlt sich vor allem in mobilen Anwendungsbereichen aus, in denen das lebensrettende Equipment leicht, handlich und kompakt sein muss, wie zum Beispiel bei innerklinischen Notfallteams, im Rettungsdienst oder bei Spezialanwendungen wie der Bergwacht. 

Laryngoskop-Standardgriff (Standard)

Der weltweit etablierte Standardgriff hat sich in der bestehenden Form in der Anwendung bei der klassischen Intubation bewährt. 

 

Tipp 1: Längere Batterielaufzeit für mehr Intubationen

Der Standardgriff bietet Platz für mehr und größere Batterien – dadurch hält die Batterie bis zu doppelt so lang. Der reguläre Laryngoskopgriff erweist sich dadurch als besonders verlässlich im täglichen Dauereinsatz. 

 

Tipp 2: Unterstützung in der Handhabung durch Helfer möglich 

In bestimmten Situationen kann es vorkommen, dass zum Einstellen der Sichtachse auf die Stimmbänder ein erhöhter Kraftaufwand nötig wird, der dann zudem aufrechterhalten werden muss, bis der endotracheale Tubus erfolgreich in der Luftröhre / Trachea platziert ist. 

Dabei kann es hilfreich sein, wenn ein Helfer nach Anweisung des Intubierenden das obere Ende des Griffes festhält und bei der Führung bzw. beim Zug des Laryngoskopes gezielt unterstützt.

Passende Griffvarianten für unterschiedliche Intubations-Situationen

Da unterschiedliche Griffe je nach Situationen die Intubation erleichtern können, macht es Sinn, verschiedene Griffe vorrätig zu halten – sofern dies möglich ist. 

Die obengenannten Tipps können und sollen nur Anregungen sein, die wir im Austausch mit Anästhesisten zusammengestellt haben. Sie stellen keine unmittelbare Empfehlung dar. Die Wahl der geeigneten Instrumente liegt immer und ausschließlich im Ermessen des geschulten Anwenders.

Wie läuft eine orale endotracheale Intubation ab?

Technisch gesehen wird bei der Intubation durch direkte Laryngoskopie der Spatel in den Mundraum eingeführt.

Eine standardisierte und gut etablierte Technik bei der Verwendung gebogener Spatel ist die Einführung des Laryngoskops im rechten Mundwinkel des Patienten.

Durch Drehung des Laryngoskopgriffes hin zu medial soll nun die Zunge durch den Spatel verdrängt werden. Diese Drehung kann durch patienteneigene und/oder lagerungsbedingte Faktoren sowie auch parallel notwendige Maßnahmen erschwert sein.

Anschließend müssen die Valeculla und die Glottis sowie Stimmbänder und Aryknorpel visualisiert werden. Je nach Patient und Situation kann dabei nicht nur die verwendete Spatelform, sondern auch die Wahl eines geeigneten Griffes (Slim-, Short- oder Standardgriff) hilfreich sein.

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