Netzhautskizzen für Operationen

Tipps für das Erstellen von Netzhautskizzen

Besonders zu Beginn der Facharztausbildung tun sich viele junge Ärztinnen und Ärzte mit der Anfertigung von Netzhautskizzen schwer, deren akkurate Ausführung aber von unschätzbarem Wert für den Netzhautoperateur sein kann. Mit Hilfe der indirekten Ophthalmoskopie können auch junge und unerfahrene Kollegen aufgrund des großen sichtbaren Ausschnittes der Netzhaut schnell einen Überblick über die Pathologie der Netzhautsituation bekommen.

Wenn hierzu ein Kopfophthalmoskop getragen wird, bleiben die Hände frei, um die Lupe zu halten und zwischendurch auch Detailbefunde zu skizzieren. Zudem sind in Situationen, in denen ein Fundusfoto nicht gelingt, genaue Zeichnungen eine unersetzbare Dokumentation eines Befundes, den es zu kontrollieren gilt. Nur mit einer detailgetreuen Zeichnung kann eine Vergleichbarkeit bei der Kontrolle hergestellt werden.

Anfänger haben nach der Netzhautuntersuchung mit dem Ophthalmoskop oft das Problem, die Befunde realitätsgetreu auf der Skizze zu verorten.

Warum? Weil der ungeübte Untersucher den Netzhautausschnitt durch bzw. projiziert vor die Lupenebene sowohl horizontal wie auch vertikal invertiert sieht: Oben ist unten und rechts mit links vertauscht. Das bringt viele Anfänger durcheinander, wenn dieser Befund dann auf einer Skizze „andersherum“, aber realistisch dokumentiert werden muss.

Tipps für das Erstellen von Netzhautskizzen

*Bild linkes Auge

Netzhautskizze linkes Auge: Hufeisenformen  bei 1.30 Uhr mit Begleitablatio retinae von 1 bis 3 Uhr und Degenerationsareal bei 10.30 mit kleinem Rundloch

  • Zunächst den Sehnerven auf der Netzhautskizze aufzeichnen: Beim rechten Auge malt man ihn rechts und beim linken Auge links. Als nächstes zeichnet man die temporal davon liegende Makula ein. Das ist schon die halbe Miete.

  • Für zentrale Befunde wie Arterielle Verschlüsse oder Blutungen bei retinalen Venenthrombosen gilt für Anfänger: Einfach die Zeichenvorlage auf den Kopf drehen, dann können sie es so darstellen, wie sie es beim Funduskopieren direkt sehen. Ohne Umdenken. Nach dem Einzeichnen des Befundes, Blatt wieder in die ursprüngliche Position drehen. Voilà: Fertig ist die Zeichnung. Und richtig auch noch.
     
  • Beim Aufzeichnen von peripheren Befunden wie Löchern mit oder ohne Ablatio retinae, Tumoren, Blutungen oder zum Beispiel eines Berlin Ödems bei einer Contusio retinae wird es nur ein wenig komplizierter.
     
  • Klar ist: schaut der Patient nach oben, sieht man den superioren Teil der Netzhaut, schaut er nach temporal sieht man den temporalen Teil, das gleiche gilt natürlich auch für nasal und inferior.

  • Aber der Ausschnitt, den man dort sieht, wird wiederum invertiert, also „verkehrt herum“ gesehen.

 

Trick für Anfänger:

  • Man merkt sich die Uhrzeit, bei der man peripher den Befund erhebt. Die bleibt auf der Zeichnung gleich. Ein Netzhautloch bei 9 Uhr wird auch bei der Skizze auf 9 Uhr markiert. Für den Detailbefund an dieser Uhrzeit kann man wieder das Blatt umdrehen und diesen bei der markierten Uhrzeit ohne Umdenken einzeichnen. Dreht man danach das Blatt wieder in die Originalposition, hat man den Befund bei 9 Uhr korrekt eingezeichnet.

  • Später, mit einiger Erfahrung brauchen viele diesen Umdrehtrick nicht mehr. Andere bleiben bei dieser Methode. Das wird jeder für sich selbst herausfinden. Wichtig ist nur, dass der Befund und dessen Lokalisation stimmen.

Von Dr. Vera Schmit-Eilenberger, Fachärztin für Ophthalmologie

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